

Kontinuierliche Weiterentwicklungen, darauf reagierende Prüfverfahren und neue gesetzliche Rahmenbedingungen setzen hohe Maßstäbe in der Klärtechnologie. Der interdisziplinäre Austausch und die Etablierung einer Informationsplattform liefern dafür eine wesentliche Basis.
Deshalb veranstaltete die Bergmann Gruppe 2006 erstmalig das Symposium im Rahmen von "AUFgeklärt. – der Initiative für Abwassertechnologie". Am 27.03.2008 gab es die zweite Auflage des Fachkongresses, diesmal in Bremerhaven.
Ingenieure, Mitarbeiter der Wasserbehörden sowie interessierte Unternehmen waren der Einladung der Fritz Witt Betonwerke, WSB® clean-Partner für Schleswig-Holstein und Niedersachsen, gefolgt. Sie erwarteten detaillierte Informationen zur gesetzlichen, technischen, konzeptionellen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Abwasseraufbereitung in Deutschland.
Tagungsort des Symposiums war die Stadt Bremerhaven. Das neu eröffnete Hotel "Sail City", direkt am Weserdeich gelegen, bot den über 70 Teilnehmern in 80 Metern Höhe einen imposanten Ausblick. Vom 19. Stockwerk schaute man über den pulsierenden Hafen, die Weser-Schifffahrt und eine Vielzahl von Kleinkläranlagen im Umland. Ein Panorama, das die Dynamik, die Kraft und die Bedeutung des Wassers widerspiegelte und auf die Thematik einstimmte.
Im Eröffnungsvortrag würdigte Dipl.-Ing. Volker Witt die traditionsreichen und zugleich innovativen Industrien in der Region Bremerhaven. Ein Zusammenspiel, das zukunftsweisende Technik bedingt und sich auch in der Reinigungsleistung sowie der Funktionalität des Wirbel-Schwebebett-Biofilmverfahrens (WSB®) wiederfindet.
Das Vormittagsprogramm moderierte Ralf Hilmer, Geschäftsführer des DWA Landesverband Nord. Anschließend widmete sich Dipl.-Ing. Gerrit Finke, Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde Landkreis Oldenburg, dem Umgang mit der Anzeigepflicht in den niedersächsischen Unteren Wasserbehörden. Daraufhin berichtete Herr Dipl.-Ing. Elmar Lancé vom Prüfinstitut für Abwassertechnik Aachen über die CE-Zertifizierung von Kleinkläranlagen. Im nächsten Vortrag präsentierte Frau Dr.-Ing. Katrin Flasche, Mitarbeiterin Kommunale Umwelt-Aktion (U.A.N.), Erfahrungswerte zu abwassertechnischen Betriebskonzepten in Deutschland. Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse sowie den Informationsbedarf und verdeutlichte zugleich ihren Einfluss auf die Abwasseraufbereitung.
Das von Herrn Dr. Wolfgang Triller, Leiter der Forschungsabteilung bei der Bergmann Gruppe, moderierte Nachmittagsprogramm befasste sich mit dem Biofilmverfahren und dem gegenwärtigen Stand der Forschung. Frau Prof. Dr. Isolde Röske, Professorin für Angewandte Mikrobiologie an der TU Dresden, verglich die unterschiedlichen aeroben Biofilmverfahren. Sie verdeutlichte mit diesem Querschnitt die weit reichenden Vorteile der WSB®-Technologie. Dazu gehören die Stabilität gegenüber hydraulischen und stofflichen Belastungen sowie die hohe Nitrifikationsleistung bei Niedrigtemperaturen. Die Modernisierung bestehender Kläranlagen durch die Ertüchtigung mit dem Biofilmverfahren wurde durch Frau Dipl.-Ing. Nicole Fichtner und Herrn Dipl.-Ing. Jens Ilian, beide in Forschung und Entwicklung bei der Bergmann Gruppe tätig, in praktischen Abläufen beschrieben.
Großes Interesse fand auch der Vortrag von Herrn Dr.-Ing. Eric Bélières, Vertriebsleiter der ItN Nanovation GmbH, über die Hygienisierung von Abwasser durch den Einsatz von Keramikmembranen in Kombination mit dem WSB®-Verfahren. Es ist das erste Membranfiltersystem für den nachgeschalteten Einsatz in der vollbiologischen Abwasserreinigung. Neben der hohen thermischen, chemischen und mechanischen Beständigkeit der Keramikfilter zeichnet es sich durch die baulich flexiblen Einsatz- und Nachrüstungsmöglichkeiten aus. Daneben überzeugt auch die Abreinigungstechnik der Filteroberfläche durch Abrasionskörper. Sie kommt bei der biologischen Abwasserbehandlung zum Einsatz und vereinfacht die Wartung erheblich. Schließlich können einzelne Filterplatten ohne großen Aufwand ausgetauscht werden und Verblockungen in den Membranen lösen sich schnell durch Heißwasserspülungen. Die Vorteile der Hygienisierung bestätigt die bauaufsichtliche Zulassung für die Ablaufklassen +P und +H sowie der CE-Kennzeichnung durch das "Deutsche Institut für Bautechnik" (DIBt).
Das Symposium bot allen Teilnehmern wertvolle Impulse für die Praxis und bestätigte damit die Notwendigkeit wie auch die Bedeutung dieser Veranstaltung.