

Die erste Station im Reinigungsprozess ist der Schlammstapelbehälter. Er sammelt den Primärschlamm bevor das häusliche Schmutzwasser in die Vorklärung gelangt. Hier werden die absetzbaren Stoffe zurückgehalten. Das mechanisch vorbehandelte Abwasser wird nun der biologischen Reinigungsstufe zugeführt. Ihr vollbiologisches Reinigungsprinzip basiert auf dem Biofilmverfahren. Dafür siedeln sich Mikroorganismen auf Kunststoffträgern an, um die organische Fracht im Abwasser aufzunehmen und in ökologisch unbedenkliche Stoffwechselprodukte zu verwandeln. Diese Aufwuchskörper basieren auf Polyethylen und haben eine spezifische Oberfläche von unter 350 oder bis zu 500 m²/m³.
Für den Reinigungsprozess wird Sauerstoff benötigt. Mit einem Verdichter wird diese Druckluft erzeugt und durch Membranrohrbelüfter feinblasig im Abwasser verteilt. Überschüssige bzw. abgestorbene Mikroorganismen werden dadurch abgestoßen und als Schlamm im Nachklärbecken gesammelt, von wo aus die zeittaktgesteuerte Beförderung in den Schlammstapelbehälter erfolgt. Der Boden der Nachklärung, die letzte Station im Reinigungsprozess, hat einen Kegelstumpf oder eine Schlammsammelrinne, wo der anfallende Schlamm erfasst und durch Tauchmotorpumpen oder andere Schlammräumsysteme entfernt wird. Aus der Nachklärung gelangt das biologisch gereinigte Schmutzwasser über eine Ablaufvorrichtung schließlich zum Vorfluter.
WSB® clean pro hat einen Steuerschrank für die Elektroversorgung sowie die automatische Regelung des Verdichters und der Tauchmotorpumpen in der Nachklärung. Damit der optimale Betrieb bei minimalem Energieverbrauch erfolgen kann, arbeitet das Gebläse intermittierend, also mit wechselnden Betriebs- und Pausenzeiten. Die konkreten Betriebsparameter können unter Berücksichtigung des variierenden Schmutzwasseranfalls im Tagesverlauf genau definiert werden. Der Betriebszyklus der Tauchmotorpumpe ist dabei so eingestellt, dass anfallender Klärschlamm aus der biologischen Reinigungskammer vollständig abgepumpt wird.
Durch Nitrifikation kann es in der Nachklärung zur Schwimmschlammbildung kommen. Um den Schlammabtrieb zu verhindern, verfügt WSB® clean pro über eine Schwimmschlammabsaugung. Im zugehörigen Schlammstapelbehälter ist Kapazität für ca. drei bis vier Monate Stapelzeit. Bei dieser Schlammstapelzeit beträgt der Gesamtschlammanfall ca. 0,96 l/(E*d). Die genaue Schlammstapelzeit ist abhängig vom Auslastungsgrad und wird dann während des Anlagenbetriebs ermittelt.